So installieren Sie .NET 10 unter Linux Mint
In der Welt der C#-Entwicklung wird Linux immer häufiger als Zielplattform eingesetzt. Viele .NET Entwickler haben jedoch noch nie eine Entwicklungsumgebung unter Linux von Grund auf eingerichtet. Der Prozess ist einfacher als die meisten erwarten, aber die Unterschiede im Arbeitsablauf zu Windows können zu Verwirrung führen.
In seinem Video " Installing .NET 10 on Linux Mint " führt Tim Corey durch den gesamten Prozess der Installation des .NET 10 SDK unter Linux Mint, der Erstellung von C#-Dateien und deren direkter Ausführung über das Terminal. Wir werden seinen Beispielen Schritt für Schritt folgen und zeigen, wie Linux die Paketverwaltung, die Dateierstellung und die neue Einzeldateiausführungsfunktion in .NET 10 handhabt.
Wenn Sie bisher ausschließlich unter Windows mit C# entwickelt haben und verstehen möchten, wie .NET unter Linux funktioniert, oder wenn Sie zum ersten Mal eine plattformübergreifende Entwicklungsumgebung einrichten, behandelt dieser Artikel alles, was im Video gezeigt wird.
Warum das Terminal unter Linux wichtig ist
[0:49 - 1:23] Tim beginnt mit der Anerkennung dessen, was Windows-Entwickler oft ablehnen: Unter Linux ist das Terminal der Standardweg, um Dinge zu erledigen. Er liefert aber auch praktische Argumente dafür. Terminalbefehle sind präzise und skriptfähig. Wenn sich das Layout einer grafischen Benutzeroberfläche ändert, werden alle Tutorials mit Screenshots veraltet. Die Terminalanweisungen bleiben jahrelang korrekt.
Speziell für die .NET -Einrichtung sind die Befehle unkompliziert und auf jeder Debian-basierten Distribution wiederholbar.
Aktualisierung des Paketmanagers
[1:23 - 1:56] Führen Sie vor der Installation die Paketlistenaktualisierung durch:
// Terminal command (not C#, run in your Linux terminal)
sudo apt update
// Terminal command (not C#, run in your Linux terminal)
sudo apt update
Dieser Befehl installiert oder aktualisiert nichts. Es aktualisiert den lokalen Index der verfügbaren Pakete, damit apt weiß, welche Versionen aktuell sind. Betrachten Sie es als das Synchronisieren Ihres Paketkatalogs vor dem Einkauf.
Installation des .NET 10 SDK
[1:56 - 3:46] Nachdem die Paketliste aktualisiert wurde, installieren Sie das SDK:
sudo apt install dotnet-sdk-10.0
sudo apt install dotnet-sdk-10.0
Tim hebt hier einen wichtigen Unterschied zwischen dem SDK und der Laufzeitumgebung hervor. Die Laufzeitumgebung ist das, was man auf einem Produktionsserver installiert, der ausschließlich .NET Anwendungen ausführen soll. Das SDK ist größer, da es neben der Laufzeitumgebung auch den Compiler, die Build-Tools und die Projektvorlagen enthält. Für die Entwicklung ist das SDK immer empfehlenswert.
Ein praktischer Tipp aus dem Video: Wenn man diesen Befehl ausführt, während man nicht mit dem Internet verbunden ist, erhält man eine Flut kryptischer Fehlermeldungen. Die Lösung besteht einfach darin, eine Verbindung zum Netzwerk herzustellen. Das kann man leicht übersehen, insbesondere bei einem Laptop, der sich unter Linux möglicherweise nicht automatisch verbindet, wie es unter Windows der Fall ist.
Überprüfung der Installation
[3:46 - 4:06] Überprüfen Sie nach Abschluss der Installation Folgendes:
dotnet --version
dotnet --version
Die Ausgabe sieht in etwa so aus: 10.0.103. Beachten Sie, dass Sie die Patchnummer während der Installation nicht angegeben haben. Der Paketmanager hat automatisch die neueste verfügbare Version des .NET 10 SDK heruntergeladen.
Erstellen eines Arbeitsverzeichnisses
[4:06 - 5:01] Bevor Sie mit dem Programmieren beginnen, richten Sie einen Ordner für Demodateien ein. Das Video zeigt sowohl das Terminal als auch den Desktop-Dateimanager nebeneinander:
// Terminal commands
ls // List current directory contents
mkdir demos // Create a new folder
cd demos // Move into it
ls // Verify it's empty
// Terminal commands
ls // List current directory contents
mkdir demos // Create a new folder
cd demos // Move into it
ls // Verify it's empty
Derselbe Ordner erscheint auch im Dateimanager ("Files" unter Linux Mint), was die Annahme bestärkt, dass Terminal- und GUI-Operationen auf demselben Dateisystem arbeiten. Sie können die Variante Ihrer Wahl verwenden oder auch beide.
Erstellen und Ausführen einer einzelnen C#-Datei
[5:01 - 8:14] Hier hebt Tim eine Funktion in.NET 10 hervor, die den Workflow für Schnelltests erheblich verändert. Sie können eine eigenständige .cs Datei direkt ausführen, ohne .csproj, ohne Lösungsdatei und ohne Program.cs Boilerplate-Code.
Erstellen Sie die Datei mit touch:
// Create an empty file
touch demo1.cs
// Create an empty file
touch demo1.cs
Öffnen Sie es anschließend in nano, einem terminalbasierten Texteditor:
// Open in the terminal editor
nano demo1.cs
// Open in the terminal editor
nano demo1.cs
Im Editor tippt er eine einzelne Zeile C#:
Console.WriteLine("Hello World");
Console.WriteLine("Hello World");
Nach dem Speichern mit Ctrl+X, Y und Enter führt er es aus:
// Execute the .cs file
dotnet run demo1.cs
// Execute the .cs file
dotnet run demo1.cs
Die erste Ausführung benötigt einen Moment zum Kompilieren und gibt dann Hello World aus. Nur eine Datei und ein Befehl.
Etwas Interaktiveres schaffen
[8:17 - 10:27] Ein zweites Beispiel demonstriert Benutzereingaben und String-Interpolation:
touch demo2.cs
touch demo2.cs
Tim öffnet die Datei in Xed (dem Standard-Texteditor von Linux Mint) und schreibt:
Console.Write("What is your first name? ");
string? name = Console.ReadLine();
Console.WriteLine($"Hello {name}");
Console.Write("What is your first name? ");
string? name = Console.ReadLine();
Console.WriteLine($"Hello {name}");
Tim entdeckt beim Tippen einen Fehler und schreibt zunächst Console.Read anstatt Console.Write. Ohne IntelliSense passieren solche Fehler leicht.
Die Datei ausführen:
dotnet run demo2.cs
dotnet run demo2.cs
Das Programm fragt nach einem Namen, Tim tippt "Tim" ein, und es gibt "Hallo Tim" aus. Für den kompletten C#-Entwicklungszyklus (Bearbeiten, Kompilieren, Ausführen, Interagieren) werden lediglich ein Texteditor und das SDK benötigt.
Der Wert des Arbeitens ohne IDE
[8:41 - 9:54] Tim bringt hier einen allgemeineren Punkt zur Sprache: Jeder Entwickler sollte gelegentlich C# ohne IDE schreiben. Nicht weil IDEs schlecht sind, sondern weil sie so viele Lücken füllen (Semikolone, schließende Klammern, korrekte Methodennamen), dass man die Grundlagen aus den Augen verlieren kann. Sich unter Linux mit einem einfachen Texteditor zu beschäftigen, ist eine gute Möglichkeit, diese Grundlagen aufzufrischen.
Für die eigentliche Entwicklungsarbeit ist VS Code mit dem C# Dev Kit der bevorzugte Editor auf allen Plattformen, und JetBrains Rider bietet jetzt eine kostenlose Community Edition für persönliche Projekte an. Beide funktionieren identisch unter Windows, macOS und Linux.
Projektvorlagen erkunden
[10:34 - 11:42] Neben der Ausführung einzelner Dateien stehen vollständige Projektvorlagen zur Verfügung:
dotnet new list
dotnet new list
Die Ausführung dieses Befehls zeigt alles Verfügbare an: Konsolenanwendungen, Web-APIs, Blazor Anwendungen, Klassenbibliotheken und mehr. Wenn Sie eine Standard-Konsolenanwendung erstellen möchten:
dotnet new console -n MyApp
cd MyApp
dotnet run
dotnet new console -n MyApp
cd MyApp
dotnet run
Dadurch wird die bekannte Projektstruktur mit einer .csproj Datei und einer Program.cs Datei erstellt. Von dort aus können Sie NuGet -Pakete hinzufügen, auf andere Projekte verweisen und alles erstellen, was Sie auch unter Windows erstellen würden.
Zusammenfassung: Von der Installation bis zum lauffähigen Code in wenigen Minuten
[11:42 - 13:05] Tim schließt mit dem Appell an Entwickler, sich zunächst mit dem Terminal-basierten Workflow vertraut zu machen, bevor sie eine IDE verwenden. Das .NET SDK lässt sich über den Standard-Paketmanager von Linux mit einem einzigen Befehl installieren, und die bereitgestellten Tools (zum Erstellen, Ausführen, für Vorlagen und zur Ausführung einzelner Dateien) sind identisch mit denen unter Windows oder macOS.
Was der Walkthrough verdeutlicht, ist, dass es hier nicht um C# oder .NET geht. Es geht darum, sich an einen anderen Arbeitsablauf zu gewöhnen, und diese Gewöhnung stellt sich schnell ein.
Abschluss
[13:05 - 13:41] Zusammenfassend lässt sich sagen: Um .NET 10 unter Linux zum Laufen zu bringen, sind zwei Befehle erforderlich (sudo apt update und sudo apt install dotnet-sdk-10.0), und von dort aus können Sie sofort C# schreiben und ausführen. Die Arbeit im Terminal ist eine praktische Fähigkeit, die sich direkt auf jede Linux-basierte Einsatzumgebung übertragen lässt, der Sie begegnen werden.
Wenn Sie also das nächste Mal einen neuen Rechner einrichten oder eine Linux-VM starten, steht Ihnen die volle .NET Entwicklungsumgebung in wenigen Minuten zur Verfügung.
Beispiel-Tipp: Wenn Sie eine schnelle Idee testen oder ein bestimmtes Verhalten debuggen, überspringen Sie dotnet new console vollständig. Erstellen Sie einfach eine .cs Datei, schreiben Sie Ihren Code hinein und führen Sie sie mit dotnet run filename.cs aus. Es ist der schnellste Weg von der Idee zur Umsetzung in .NET 10.
Das vollständige Video finden Sie auf seinem YouTube- Kanal. Dort erhalten Sie weitere Einblicke in die Entwicklung mit C# unter Linux.
